
Es gibt im Leben einer Frau mehrere Phasen der Hormonumstellung.
Die erste große Phase ist die Pubertät, wo das Mädchen zur Frau heranreift. In diese Zeit fällt die erste Menstruationsblutung und damit die beginnende Geschlechtsreife. Ab diesem Moment ist die junge Frau in der Lage, Kinder zu bekommen.
Die Jahre danach sind die Jahre, in denen die meisten Frauen ihre Schwangerschaft(en) erleben, was jeweils wiederum mit einer massiven Hormonumstellung einhergeht.
Darüber hinaus erlebt jede Frau alle 28 Tage eine Hormonumstellung in Form der Menstruation.
Worüber ich heute schreiben möchte, ist die zweite große Phase der Hormonumstellung, nämlich die Wechseljahre.
Viele Frauen haben damit Probleme, da sich in dieser Zeit sowohl körperlich als auch psychisch einiges verändert.
Wann die Wechseljahre beginnen, ist individuell verschieden, sie können jedoch bereits ab dem 35. Lebensjahr anfangen und dauern ca. 7 Jahre; sie enden mit dem vollständigen Ausbleiben der Menstruation (über ein ganzes Jahr) und markieren damit das Ende der weiblichen Fruchtbarkeit.
Die häufigsten Symptome sind zunehmend unregelmäßige Menstruationszyklen, Herzklopfen, Schlafstörungen, Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Erschöpfungszustände (Müdigkeit, Schlappheit), geringere Belastbarkeit (physisch und psychisch), Gewichtszunahme bei gleichbleibender Ernährung und Bewegung, Muskel- und Gelenkschmerzen, depressive Verstimmungen bzw. Stimmungsschwankungen und Nachlassen der sexuellen Lust einhergehend mit Trockenheit der Schleimhäute im Intimbereich.
Viele Frauen leiden massiv unter einem oder mehreren dieser Symptome.
Wir dürfen uns aber bewusst machen, dass wir auch hier nicht einfach dem ausgeliefert sind und keinesfalls Opfer sind!
Ob wir darunter leiden oder nicht, hängt davon ab, wie wir über diese Lebensphase denken und fühlen.
Wenn Frau denkt, dass die Wechseljahre etwas ganz furchtbares sind, wird sie diese genau so erleben.
Geht sie jedoch mit Neugier, Interesse und etwas Abstand an dieses Thema heran, so kommt sie automatisch in die Position einer Beobachterin.
Die Wechseljahre sind ein ganz natürlicher Prozess, der – wie alles im Leben – angenommen und umarmt werden will.
Es gibt einiges, was wir selbst dafür tun können, um bewusst, geschmeidig und entspannt durch diese Phase zu gehen.
Als erstes einmal halte ich eine offene und neugierige Haltung dem gegenüber für absolut notwendig.
Diese könnte beispielsweise so aussehen:
„Hey! Da passiert was Neues und Spannendes in meinem Körper. Ich bin ganz neugierig, was ich dabei alles erleben und erfahren werde. Ich freue mich, das alles zu durchleben und bin interessierte Beobachterin dessen.“
Wenn wir in eine beobachtende Haltung gehen, können wir Veränderungen vollkommen anders wahrnehmen. Wir erleben zwar die Symptome, fühlen uns dabei jedoch nicht als Opfer derselben.
Aus dieser Position der Beobachterin heraus, sind wir in der Lage, angemessen mit den Symptomen umzugehen.
Wie gut das im Einzelnen gelingt, hängt davon ab, in welchem Maße wir uns selbst und unseren Körper annehmen, lieben und wertschätzen können.
Denn wer sich selbst und ihren Körper liebt, ehrt und wertschätzt, tut sich dabei sehr viel leichter als die Frau, die mit ihrem Körper unzufrieden ist, ihn und sich selbst ständig verurteilt und lieblos behandelt.
Wenn ich mich und meinen Körper liebe, liebe ich mich und meinen Körper mit allem und zu jeder Zeit.
Ich liebe mich dann auch mit allem, was ich erlebe und fühle, egal wie unangenehm das manchmal auch sein mag.
Ich liebe meinen Körper dann auch mit allem, was er mir grade zeigt, egal wie unangenehm oder gar schmerzhaft das auch sein mag.
Ja, ich bin gerade dann, wenn es unangenehm und schmerzhaft ist, ganz besonders milde und liebevoll zu mir und meinem Körper.
Aus dieser liebevollen, ehrenden, wertschätzenden und dankbaren Haltung heraus, kann ich ganz anders auf die obengenannten Symptome reagieren.
(Ich empfehle zur Annäherung an dieses Thema, meinen Beitrag „Körper und Heilung“ zu lesen)
Wie könnte also dieser liebevolle Umgang mit diesen Symptomen aussehen???
Schauen wir doch mal die einzelnen Symptome der Reihe nach an.
Nun, mit unregelmäßigen Menstruationszyklen dürften die meisten Frauen kein großes Problem haben, da wir das ja ständig erleben. Eine Ausnahme sind die Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden, die sie mit verkürzten Zyklen ja häufiger erleben. (Ich empfehle in diesem Fall meine Geführte Meditation bei Monatsbeschwerden zu machen) Es gilt in jedem Fall, dieses einfach anzunehmen und damit zu fließen.
Das Nachlassen sexueller Lust stellt aus meiner Sicht auch kein großes Problem dar. Möglicherweise hat allerdings unser Partner/unsere Partnerin damit ein Problem, aber das ist nicht unsere Angelegenheit, sollte uns deswegen auch nicht belasten. Störender kann da schon die Trockenheit der Schleimhäute im Intimbereich sein. Hier kann leicht Abhilfe geschaffen werden, z.B. mit einem guten Gleitgel oder einem guten Öl. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit energetisch hochschwingendem Olivenöl gemacht, aber auch Kokosöl ist ganz wunderbar dafür geeignet. Letzteres hat den Vorteil, dass es erst ab 24° C flüssig wird und deshalb ohne großes Tropfen aufgetragen werden kann. Durch die Körperwärme wird es natürlich dann flüssig. Aber das soll es dann ja auch. Versuch´s doch selbst mal, wenn Du magst!
Bei Schlafstörungen hat sich für mich bewährt, mich nicht stundenlang im Bett rumzuwälzen, sondern aufzustehen und etwas Liebevolles mit mir zu tun. Eine schöne Tasse Tee, eine Kerze anzünden, in eine kuschelige Decke hüllen und z.B. eine nährende und beruhigende Musik anhören. Manchmal zeigen sich dann auch Emotionen wie Trauer, Angst, Wut, Scham, Schuld, … , die tagsüber nicht gefühlt wurden. Dann nehme ich mir auch dafür Zeit und fühle diese Emotionen bejahend und lasse sie einfach da sein. Oder, wenn viele Gedanken da sind, einfach Papier und Stift nehmen und alles raus schreiben, was drin ist, bis nichts mehr kommt. Das hilft. Denn der Verstand weiß dann, es ist aufgeschrieben, und er muss sich nicht mehr ständig damit beschäftigen. Finde selbst heraus, was Dir in dieser Situation gut tut und angebracht erscheint.
Bei starkem Herzklopfen hilft es, die Augen zu schließen und ganz sanft und tief zu atmen. Das kannst Du überall tun. Wenn es zu laut und hektisch ist, wo Du bist, geh aufs Klo. Dort nimm Dir ein paar Minuten Zeit, um mit geschlossenen Augen ganz entspannt zu atmen. Versuch es mal, es wird Dir gut tun.
Wenn Dein Körper während dieser Phase an Gewicht zunimmt, ist das kein Unglück! Öffne Dich bitte dem Gedanken, dass jedes Kilo mehr seinen guten Sinn hat. Denn Dein Körper braucht dann einfach diese Extra-Reserve für diese anspruchsvolle Phase der Hormonumstellung. Liebe Deinen Körper auch dann, und danke ihm.
Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind besonders unangenehm, wenn wir unterwegs sind und uns in der Öffentlichkeit bewegen. Generell empfehle ich, sich nicht zu warm anzuziehen und ggf. Wechselwäsche mitzuführen, damit Du Dich dann notfalls auch umziehen kannst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Symptome durch regelmäßiges Saunieren nahezu vermieden werden können. Dadurch dass der Körper ganz bewusst erhitzt und zum Schwitzen gebracht wird, lernt der Körper, dass er das nicht irgendwann machen braucht, sondern er gewöhnt sich an diese Regelmäßigkeit. Nicht jede Frau hat die Möglichkeit, alle paar Tage zu saunieren oder verträgt die Hitze gut. Wer jedoch diese Möglichkeit hat, kann den Körper damit wunderbar in seiner Arbeit unterstützen. Die Tendenz zu plötzlichem und willkürlichem Auftreten dieser Symptome kann jedenfalls dadurch verringert werden.
Wenn Du bemerkst, dass Du plötzlich körperlich weniger belastbar bist, dann nimm das einfach mal so an. Du bist deswegen nicht weniger wertvoll als vorher. Nein. Dein Körper benötigt einfach gerade sehr viel Energie für die Hormonumstellung. Nach dieser Phase steht Dir diese Energie wieder in vollem Umfang zur Verfügung. Versprochen!
Wenn Du Dich öfter sehr erschöpft, müde und schlapp fühlst, dann höre bitte auf diese Signale Deines wundervollen Körpers. Gib ihm und Dir die nötige Ruhe und Erholung. Mit anderen Worten: Wenn Du abends von der Arbeit heimkommst oder zuhause den ganzen Tag gearbeitet hast, und total erledigt bist, dann bleib bitte nicht bis 22 Uhr auf, sondern geh beizeiten ins Bett. Dein Köper wird es Dir danken!
Wenn Dein Körper bei der kleinsten und alltäglichsten Anstrengung Muskel- und Gelenkschmerzen zeigt, dann gönne ihm und Dir lange Erholungsphasen, nimm vielleicht ein heißes Bad und kuschle Dich danach warm ein, im Bett oder auf dem Sofa, höre entspannende Musik und genieße Dich in Deinem Körper. Sorge gut für Dich! Am besten ist es natürlich, wenn Du Dir während dieser Phase nicht so viel körperliche Anstrengung abverlangst. Gönne Dir viel Entspannung, Ruhe, Schlaf und Erholung. Es wird Dir gut tun.
Wenn Du spürst, dass Du auch psychisch weniger belastbar bist, oft schon wegen Kleinigkeiten schnell „an die Decke gehst“, dann nimm das bitte erst mal so an. Liebe Dich selbst auch damit. Vielleicht kannst Du in dieser Phase etwas weniger stressige Aktionen einplanen? Wenn ich merke, dass ich zu sehr in Stress gerate, mir selbst Druck mache, dann finde ich es hilfreich, genau zu überlegen, ob gewisse Dinge unbedingt jetzt sofort oder überhaupt getan werden müssen. So kann ich einiges davon ganz streichen und mich auf wenige, dafür aber wesentliche Sachen konzentrieren, was wiederum sehr stress-reduzierend wirkt.
Das große „Schreckgespenst“ der Wechseljahre …
Das große „Schreckgespenst“ der Wechseljahre waren für mich persönlich immer die Stimmungsschwankungen, oder medizinischer ausgedrückt, die depressiven Verstimmungen. Wer hat nicht schon davon gehört oder es bei anderen Frauen beobachtet?! Was ist also dran?
Ich möchte da etwas Beruhigung hineinbringen.
Stimmungsschwankungen sind etwas ganz natürliches, was wir – genau genommen – permanent erleben. Manchmal fühlen wir eine zeitlang Trauer, danach gehen wir wieder in die Freude. Wir fühlen Angst, und danach gehen wir wieder ins Vertrauen. Wir fühlen Ärger und Wut, danach gehen wir wieder in die Gelassenheit.
Es ist also etwas ganz natürliches, was zum Menschsein einfach dazu gehört.
Was anders ist in den Wechseljahren, ist der sehr kurze zeitliche Abstand zwischen dem einen und dem anderen Gefühl. Diese Stimmungsschwankungen, die so vielen von uns Angst machen, sind also nichts anderes als ein intensives emotionales Erleben schnell wechselnder Gefühle in einem ganz kurzen Zeitraum. Nicht mehr.
Wenn wir uns das bewusst machen, können wir anders darüber denken und auch anders, und vor allem entspannter, damit umgehen.
Ich finde es sehr wichtig, dass wir uns dann nicht dafür verurteilen und denken, mit uns stimmt was nicht, sondern damit zu fließen. Diese Gefühle von Trauer und Sinnlosigkeit wollen angenommen und gefühlt werden, und das bejahend, dann können sie umso schneller weiterfließen.
In diesen Momenten ziehe ich mich gerne zurück in die Stille, setz mich hin, schließe die Augen, atme und lasse diese Emotionen einfach da sein. Dabei dürfen auch Tränen fließen. Und durch dieses bejahende Fühlen können diese Emotionen weiterfließen, das heißt, nach einer Weile sind sie nicht mehr da, und ich gehe wieder in meine Freude.
Mehr zum bejahenden Fühlen findest Du hier.
Wenn Du Deinem Körper und Dir etwas Gutes tun möchtest, kann ich Dir meine Geführte Körpermeditation empfehlen.
Zusätzliche Möglichkeiten zur Linderung finden sich im Internet, z.B. Tipps zu alten Hausmitteln oder auch Anwendungen der Homöopathie. Das ist sicher auch eine Option.
Und wenn sich alles das für Dich nicht stimmig anfühlt, gibt es auch noch die Möglichkeit, hormonell einzuwirken. Die Gynäkologie bietet die Möglichkeit, die 3 Hormone Östrogen, Progesteron und Testosteron, die in den Wechseljahren aus dem Gleichgewicht geraten, durch Zuführen derselben wieder in die Balance zu bringen.
Das darf jede Frau für sich selbst entscheiden.
Ich möchte dennoch meine Gedanken dazu teilen:
Natürlich ist es sinnvoll, sehr belastende oder schmerzhafte Symptome zu lindern. Ich frage mich nur, wie der Körper diese Hormonumstellung bewerkstelligen soll, wenn diese Hormone in der Balance sind. Er bekommt dann keinen Impuls dafür.
Wie also soll unser Körper diese Hormonumstellung bewerkstelligen, wenn die beteiligten Hormone in der Balance sind???
Ich bin keine Medizinerin oder Ärztin, deswegen ist das hier auch meine ganz persönliche Sicht, die bitte niemand übernehmen oder teilen muss.
Jedoch fühle ich, dass ich meinem Körper erst einmal den natürlichen Lauf zugestehen möchte, bevor ich von außen eingreife.
Eine Hormonbehandlung würde für mich wirklich nur dann infrage kommen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wären und nichts davon geholfen hätte.
Wie gesagt, … das ist nur meine ganz persönliche Ansicht!
Finde Du selbst heraus, was für Dich stimmt, was Dich anspricht und sich in Deinem Herzen rund und stimmig anfühlt. Du allein entscheidest, welchen Weg Du da gehen möchtest!
Folgende Fragen sind bei der Entscheidungsfindung hilfreich:
Wie will ich mit dieser anspruchsvollen Lebensphase umgehen?
Wie will ich darüber denken und fühlen?
Wie will ich mich und meinen Körper durch diese Phase begleiten?
Kann ich mir vorstellen, das Ganze mit Neugier und Interesse zu beobachten?
Kann ich mir vorstellen, das alles sogar zu genießen als ein einmaliges und einzigartiges Ereignis in diesem Leben?
Bin ich bereit, die Verantwortung für mich und meinen Körper zu übernehmen?
Bin ich bereit, mich selbst und meinen Körper in dieser Phase besonders liebevoll und nachsichtig, milde und verständnisvoll zu behandeln?
…
Finde Deine ganz persönlichen Antworten auf diese Fragen. Und dann entscheide Dich!
Denn mit Deiner bewussten Entscheidung (egal, wie sie aussieht) setzt Du eine Art „Lokomotive“ in Gang, die Dich genau in die Richtung zieht, für die Du Dich entschieden hast.
Was passiert, wenn Du diese bewusste Entscheidung nicht triffst???
Nun, dann entscheidet jemand anderes für Dich, z.B. andere Menschen, die Umstände, das Leben, … Und das fühlt sich dann gar nicht gut an, denn dabei fühlst Du Dich schnell als Opfer.
Und das entspricht nun überhaupt nicht Deiner Schöpfernatur!
…
Es ist mir wichtig, auch andere Perspektiven zum Thema Wechseljahre zu integrieren, deswegen möchte ich Dir auch noch folgende Podcasts ans Herz legen:
„Wie gehe ich mit den Wechseljahren um?“
„Wie kann ich den „Sommer meines Lebens“ genießen und feiern?“
Ich komme nun zum Ende und danke Dir für´s Lesen.
Hab eine gesegnete Zeit!
Herzlichst!
Elvira Hauk
