Ein Erfahrungsbericht für Neugierige und Interessierte

Ursprünglich wollte ich – nur für mich selbst – über ein ganzes Jahr dokumentieren, wie sich meine beiden Autos (Mazda 3, Benziner/Opel Corsa-e, E-Auto) in puncto Unterhaltskosten unterscheiden.
Spontan kam der Impuls, das Ergebnis und meine Erfahrungen mit meinem ersten Elektro-Auto mit Euch zu teilen.
Das erwartet euch in diesem Beitrag …
Meine ganz persönlichen Erfahrungen, Informationen zu Anschaffungs- und Unterhaltskosten, mit Schwerpunkt auf letzterem, der Vergleich mit dem Mazda 3 im Bezug auf Unterhaltskosten und meine erste Erfahrung mit dem E-Auto auf einer Langstrecke.
Also los!
Die Anschaffungskosten
Ich schildere euch nun, wie es dazu kam, dass ich mir dieses Auto, den Opel Corsa-e, überhaupt leisten konnte. Ich hatte das Auto bereits im Dezember 2019 entdeckt und ich wusste sofort: Das ist MEIN Auto! In den darauf folgenden Wochen und Monaten hatte ich mich dann gründlich über Elektromobilität, die Technologie dahinter und das Auto selbst informiert, sodass ich im Mai 2020 dann eine Probefahrt machen konnte, die mich total begeisterte. Es ist eine ganz andere Sache, als mit einem Benziner zu fahren, obwohl mein Mazda 3 auch ein sehr gutes Auto ist. Ich entschloss mich dann nach ein paar Wochen zum Kauf des Corsa-e First Edition, zumal ich ja den Mazda CX 5 meines verstorbenen Vaters in Zahlung geben konnte. So war die Finanzierung dann auch kein Thema mehr.
Beim Opel-Händler ließ ich mir dann mal ein Angebot unterbreiten.
Das sah so aus:
Opel Corsa-e First Edition (es gibt den Corsa-e in den Varianten „Selection“ ab 29.900,- €, „Edition“ ab 31.900,- € und „First Edition“ ab 32.900,- €)
Kosten:
Listenpreis: 32.900,- € / Sonderausstattung: 1.970,01 / Listenpreis gesamt: 34.870,01 €
Überführungskosten: 790,- €
Kosten gesamt: 35.660,01 €
Rabatt: Hersteller-Rabatt: – 3.570,00 € / Händler-Nachlass: – 4.515,01 €
Rabatt gesamt: – 8.085,01 €
Gesamtkosten: 27.575,- €
Inzahlungnahme des Mazda CX 5: -16.500,- €
An den Händler zu bezahlende Summe: 11.075,- €
Abzüglich Umweltprämie: – 6.000,- €
ergibt: 5.075,- €
Abzüglich (3% MWSt ab Juni 2020): – 695.- €
macht unterm Strich: 4.380,- €
Das war also das Angebot des Opel-Händlers im Mai 2020.
Der Verkäufer hatte nicht zuviel versprochen, denn am Ende hab ich dann sogar nur 4.314,83 € bezahlt!!!
Zusammenfassend möchte ich anmerken, dass ich mir das Auto ohne die Inzahlungnahme nicht hätte leisten können. Hier ein Auszug aus der Original-Rechnung (Preis OHNE Inzahlungnahme und Umweltprämie, dafür mit nur 16% MwSt):

Ich hatte mich im Vorfeld auch über Leasing als Option informiert. Der Verkäufer hat mir auch diese Möglichkeit vorgerechnet, jedoch hätte ich dabei wesentlich mehr bezahlen müssen, auf 3 Jahre gerechnet.
Wir können auf jeden Fall festhalten, dass die Anschaffung eines E-Autos zwar auf den ersten Blick sehr teuer zu sein scheint, … Habt Ihr jedoch ein Auto, das Ihr möglicherweise in Zahlung geben könnt, und rechnet Ihr dann noch die Umweltprämie mit ein, ist es vom Preis her durchaus vergleichbar mit einem Verbrenner.
Die Unterhaltskosten(basierend auf meinen in 2021 notierten Daten)
Im Jahr 2021 fielen folgende Ausgaben für den Corsa-e an:
Kfz – Versicherung: 212,13 €
Kfz – Steuer: E-Autos sind 10 jahrelang steuerfrei, ich zahle zum ersten Mal in 2030
Kundendienst: 50,- €
2 x Reifenwechsel: 70,- €
Öffentliches Laden: 68,14 € (vorwiegend auf Langstrecke*; das Laden zuhause** ist nicht berücksichtigt, weil der Anteil am Hausstrom zu gering und zu schwer zu ermitteln ist)
Insgesamt gefahrene Kilometer: 2.814 km, davon *Langstrecke: 1.160 km
Unterhaltskosten 2021 insgesamt: 450,27 € (ohne unplanmäßige Ausgaben,wie z.B. Reparaturen, Waschen, usw.)
**Laden zuhause … Da ich nicht so viel fahre (wie Menschen, die nicht – wie ich – zuhause arbeiten), habe ich in meinen Notizen den Hausstromverbrauch nicht berücksichtigt, da das bei der Abrechnung kaum zu buche schlägt.
Ich möchte jedoch durch ein kleines Rechenbeispiel veranschaulichen, wie sich eine regelmäßige Aufladung an einer Wallbox o.ä. auf die Unterhaltskosten auswirken kann.
Unser Strompreis pro kW/h liegt etwas unter 0,30 €, deswegen gehen wir mal von diesem Preis aus. Mein Akku hat eine Kapazität von 50 kW/h. Da der Akku idealerweise zwischen 20% und 80% Ladung gehalten werden soll, um ihn schonend zu behandeln, und dadurch einer frühzeitigen Zellalterung vorzubeugen, gehen wir von 60% Ladestrom pro Ladevorgang aus, also 30 kW/h. Gehen wir von 1 Ladung pro Woche aus, ergibt das folgenden Betrag pro Jahr:
30 kW/h x 0,30 € x 52 Wochen = 468,- €
Ja, das sieht auf den ersten Blick nach viel aus, … … zumal ja noch die anderen Ausgaben dazu kommen …
Rechnen wir also erstmal die (angenommenen!!!) Gesamtkosten zusammen:
Kosten ohne die 60% Heimaufladung: 450,27 €
Kosten für 60% Heimaufladung: 468,00 €
Kosten mit 60% Heimaufladung: 918,27 €
Sieht ja noch nach viel mehr aus!!! Richtig.
Wir sind allerdings auch noch nicht am Ende unserer Rechnung …
Die THG-Prämie
Eine wichtige Sache, die ich Euch nicht vorenthalten möchte, ist die THG-Prämie. Jeder Halter eines E-Autos kann diese beantragen, und sie wird jährlich ausgezahlt.
Wichtig zu wissen: THG-Prämien sind steuerpflichtig! Es gibt jedoch einen Freibetrag in Höhe von 256,- €. In meinem Fall beträgt die Prämie 380,- €, d.h. ich werde sie bei der EKS selbstverständlich angeben und versteuern. Es gibt diese Prämie auch schon in Höhe von 250.- €, also unter dem Freibetrag, das ist frei wählbar. Ich könnte auch jederzeit wieder wechseln.
Weitere Informationen zur THG-Prämie findet ihr zuhauf im Internet.
Kommen wir zurück zu unserer Rechnung …
Wie wir bereits berechnet haben:
Unterhaltskosten mit 60% Heimaufladung: 918,27 €
Davon ziehen wir jetzt mal unsere 380,- € THG-Prämie ab …
… und landen bei …
Unterhaltskosten*** in Höhe von: 538,27 €
(***pro Jahr, mit angenommener Heimaufladung in Höhe von 468,- €)
Unterhaltskosten im direkten Vergleich
Jetzt kommt der direkte Vergleich, denn ein ganzes Jahr über habe ich alle Ausgaben aufgeschrieben, die jeweils für den Mazda 3 und den Opel Corsa-e anfielen.


Was meint ihr? Wer ist günstiger im Unterhalt? Hier ist die Antwort!


Ich denke, die Zahlen sprechen für sich selbst.
Meine erste Langstreckenfahrt mit dem Opel Corsa-e
Meine erste längere Fahrt führte mich von Schwäbisch Gmünd nach Konstanz und wieder zurück.

Einige Informationen vorab:
Strecke: Schwäbisch Gmünd – Konstanz – Schwäbisch Gmünd; Streckenlänge: 245,5 km einfach / 491 km gesamt; Streckenprofil: Landstraße, Autobahn, Stadt; äußere Bedingungen: Außentemperaturen während der gesamten Fahrt (hin und zurück) im Bereich von 4°C bis 12°C; Hinfahrt: trockene bis feuchte Fahrbahn, wolkig mit sonnigen Abschnitten, stark windig / Rückfahrt: für kurze Zeit (ca. 50 km) trocken und windig, dann durchgängig starker Regen, nasse Fahrbahn und sehr starker Wind bis Sturm; Akkustand bei Abfahrt: 97% mit angezeigter Reichweite von 324 km; Abfahrtszeit zuhause: 8.00 Uhr; Ankunftszeit in Konstanz: 12:05 Uhr; Abfahrtszeit in Konstanz: 16:03 Uhr; Ankunftszeit zuhause: 20:06 Uhr.
Gewählter Fahrmodus und Rekuperationsstufe:
(Der Corsa-e hat 3 wählbare Fahrmodi: ECO (82 PS), NORMAL (109 PS) und SPORT (136 PS).
Je nach Fahrmodus fällt der Verbrauch höher oder niedriger aus. Am sparsamsten fährt der Corsa-e natürlich bei geringster Leistung im ECO-Modus, wobei auch die Heizung nicht die volle Kraft bringt. Im NORMAL-Modus bringt er volle Heizkraft, verbraucht natürlich mehr, aber noch nicht übermäßig viel. Richtig viel verbraucht er im SPORT-Modus.
Mit Rekuperation bezeichnet man die Energierückgewinnung beim Elektro-Auto, wobei beim Verlangsamen, und auch bei Betätigung der mechanischen Bremse, elektrische Energie in den Akku zurück fließt. Der Corsa-e hat 2 Rekuperationsstufen: D (Drive) und B (Brake). Je nach gewählter Stufe ist die Rekuperation, und damit auch die Fahrverzögerung schwach oder stark. In D-Stellung ist es vom Gefühl her eher ein Gleiten, da der Wagen nicht so stark abbremst. In B-Stellung hat der Wagen die doppelte Rekuperation wie in D-Stellung. Entsprechend kommt die Verzögerung in B vom Gefühl her einem Bremsvorgang im Verbrenner gleich. Soviel nur vorab.)
Ich fuhr mit folgenden Einstellungen:
Schwäbisch Gmünd bis Schönbuch West: ECO/B; Schönbuch West bis Hegau West: SPORT/B; Hegau West bis Konstanz: ECO/B; Konstanz bis Neckarburg Ost: ECO/B; Neckarburg Ost bis Schwäbisch Gmünd: ECO/B.
Fahrtdauer und Ladezeit:
Die Hin-und Rückfahrt dauerten insgesamt: 08:08:00 davon Ladezeit: 01:23:39
Ladekosten unterwegs: 26,85 €
Die Fahrt!
Ich hatte geplant, auf der Strecke zweimal zu laden und am Ziel dann vollzuladen.
Einmal auf der Hinfahrt nach ca. 150 km bei der Raststätte Neckarburg West auf 80% laden.
Dann während meines Aufenthaltes in Konstanz an der städtischen Ladesäule ganz vollladen.
Noch einmal auf der Rückfahrt nach ca. 100 km bei der Raststätte Neckarburg Ost auf 80% laden.
Es kam dann doch anders, weil ich nach etwa 100 km einen starken Harndrang verspürte.
Ich bin dann bei der Raststätte Schönbuch West schon raus, hab mein Auto dort an den Schnelllader gehängt (obwohl es noch nicht nötig gewesen wäre), ging zum WC und kaufte mir anschließend noch ein Heißgetränk. Es macht Sinn, bei solchen Gelegenheiten das E-Auto IMMER aufzuladen. So kann die Zeit der Pause pfiffig genutzt werden und der Wagen steht nicht einfach nur so in der Gegend rum.
Hier seht ihr Informationen zu meiner Pause bzw. zum Lagevorgang (EnBW App):

Der geplante Ladestopp bei Neckarburg West war dadurch hinfällig, weil der frisch geladene Akku wieder eine komfortable Reichweite gewährleistete. So beschloss ich, bis zur Rastätte Hegau West durch zu fahren und dort während des Ladevorganges meine Mittagspause zu machen, für die ich im Vorfeld 30 Minuten eingeplant hatte. Da der Akku ordentlich geladen war, beschloss ich, diesen Streckenabschnitt im SPORT-Modus zu fahren, was ich auch tat.
Ich kam kurz vor 11 Uhr an der Ladesäule Hegau West an, mit einer Restreichweite von 88 km! Dieser doch relativ hohe Verbrauch ist dem SPORT-Modus geschuldet, denn die seit dem ersten Ladevorgang zurückgelegte Strecke betrug nur etwa 110 km!
Hier die Informationen zum längsten Ladevorgang meiner Reise (Mittagspause; EnBW App):

Ich setzte meine Fahrt nach Konstanz mit einem Akkustand von 81% und angezeigter Reichweite von 286 km fort. In Konstanz kam ich mit einer Restreichweite von 242 km an.
Dann nahm ich meinen Termin dort wahr, ohne das Auto wieder aufzuladen, … einfach weil es nicht nötig war.
Ich fuhr in Konstanz mit 242 km los. Mein nächster Ladestopp war für Neckarburg Ost geplant; eine Strecke von knapp 100 km. Das sollte mit dieser Reichweite zu schaffen sein. Dachte ich …
Anfangs waren die äußeren Bedingungen noch recht gut, … teils sonnig, teils bedeckt, trockene Fahrbahn, windig, 12°C.
Doch nach etwa einer halben Stunde (und ungefähr 50 km) Fahrt, änderte sich das Wetter schlagartig. Es begann zu regnen und zu stürmen, schlechte Sicht, nasse Fahrbahn, die Außentemperatur sank binnen kürzester Zeit auf 4°C ab, die Dämmerung setzte wenig später ein … So schmolz meine Reichweite dahin und ich kam mit nur noch 86 km Restreichweite bei der Ladestation Neckarburg Ost an.
Diesmal gibt es 2 Bilder zum Ladestopp, da ich beim Laden versehentlich mit der Ladekarte zu nah an der Ladesäule gestanden hatte, sodass über das RFID Signal der Ladekarte der Ladevorgang beendet wurde, und ich den Vorgang nochmal startete (EnBW App):


Ich setzte meine Fahrt nach etwas mehr als 30 Minuten fort. Der Akku war wieder auf 80% mit angezeigter Reichweite von 248 km. Dies sollte doch bis nach Hause reichen, also für ca. 150 km.
Die äußeren Bedingungen waren ähnlich wie zuvor; windig, kalt, nass. Erst auf den letzten 25 km hörte zumindest der Regen auf. So kam ich zuhause mit einer Restreichweite von 58 km an.
Ich kann nicht leugnen, dass ich etwas nervös wurde, als die Reichweite unter 80 km anzeigte.
Ich hatte mich jedoch gut vorbereitet, die Strecke gründlich geplant, sodass ich auch über alternative Lademöglichkeiten entlang der Strecke informiert war. Ich hatte mich außerdem intensiv mit dieser neuen Technologie, besonders bezüglich des Corsa-e, befasst. In Review Videos auf Youtube wurde der Corsa-e bei Testfahrten bis auf 6% Akkustand leer gefahren. So wusste ich natürlich, dass es auf jeden Fall bis nach Hause reichen würde. Das empfand ich als sehr beruhigend und entspannend.
Gut informiert sein ist ALLES!!!
Beim Verkaufsgespräch wusste ich mehr über den Corsa-e als der Verkäufer.
Durch das mir selbst zuvor angeeignete Wissen, konnte ich auch gezieltere Fragen stellen und wusste auch, was ein E-Auto alles an Ausstattung haben sollte, um effizient zu sein.
Ich empfehle jedem/jeder, der/die sich für die Anschaffung eines Elektro-Autos interessiert, sich vorab gründlich zu informieren.
Für alle, die noch mehr darüber erfahren möchten, egal ob aus Neugier oder Interesse …
… kann ich folgende Videos empfehen:
Was ein gutes E-Auto alles haben sollte
Tipps für die Langstreckenfahrt mit dem E-Auto
Folgende Youtube Kanäle zum Thema Elektromobilität, kann ich sehr empfehlen:
Nun komme ich zum Schluss und danke Euch für Euer Interesse an diesem Beitrag! Vielleicht konntet Ihr dadurch Dinge erfahren, die Ihr noch nicht wusstet. Vielleicht war es interessant für Euch. Vielleicht war es uninteressant für Euch. Dass Ihr jedoch diese letzten Sätze jetzt lest, bedeutet ja, dass Ihr bis hierher dabei geblieben seid!
Dafür danke ich Euch von Herzen!
Alles Liebe für Euch alle!!!
Elvira
