Nach Silvester ist VOR Silvester

– eine Annäherung –

Was erwartet Dich?

Ich beleuchte das Thema „Silvester“ aus verschiedenen Blickwinkeln. Du erhältst Informationen über Geschichte des Silvesterfeuerwerkes, Gesetzesgrundlage des Silvesterfeuerwerkes, Auswirkungen des Silvesterfeuerwerkes.

Die Absicht dieses Artikels ist es NICHT, all jene Menschen, die es nach wie vor lieben, an Silvester ihr Feuerwerk abzubrennen, in irgendeiner Weise anzugreifen, zu beschuldigen, zu verurteilen, oder zu verunglimpfen!!!

Es IST die Absicht dieses Artikels, einen unverfälschten und klaren Blick auf die Auswirkungen des Silvesterfeuerwerkes zu ermöglichen. Ich benenne nüchterne Fakten, und verzichte dabei ganz bewusst auf Mitleid heischende Bilder von Menschen und Tieren, oder verstörende Fotos von innerstädtischen Krawallen. Ich verzichte bewusst auf jegliche Form von Polemik oder „erhobenem Zeigefinger“.

Ich appelliere statt dessen an Mitgefühl, Verständnis, Rücksichtnahme und Verantwortungsgefühl. Es ist mein Wunsch, zu informieren und zu sensibilisieren, um damit vielleicht die Herzen der Menschen zu berühren.

Und JA!!! Auch ich hab es geliebt, an Silvester zu böllern!!!

Auch mir war lange nicht bekannt, was das Silvesterfeuerwerk für Tiere bedeutet, oder dass sie darunter leiden. Das hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm! Das änderte sich jedoch schlagartig, als wir 2007 unseren Hund bekamen, die immer bei jedem lauten Geräusch total durchdrehte, vor Schreck „wie von der Tarantel gestochen“ losrannte, und sich irgendwo versteckte, zitternd und winselnd; und das stundenlang … Da hab ich angefangen, anders darüber zu denken. Seit diesem Zeitpunkt – und bis zum heutigen Tag – gibt es bei uns kein Feuerwerk an Silvester mehr. Und witzigerweise vermisst es niemand!

Soviel zu mir und meinem Weg zu einem Böller-freien Silvester …

Jetzt werde ich euch – wie oben angekündigt – von Silvester und dem Feuerwerk erzählen.

Zur Kulturgeschichte des Feuerwerkes

Ich möchte ein möglichst vollständiges Bild zeichnen, deswegen dieser Abschnitt über die Geschichte des Feuerwerkes. Ich will mich gar nicht zu sehr darin verlieren, sondern hier lediglich einige Fakten benennen … Das private Feuerwerk, wie wir es heute kennen, ist noch keine 80 Jahre alt (erst seit 1950/60 gibt es das in dieser Form)!

Zitat:

„In Deutschland wird vor allem der Jahreswechsel offiziell gefeiert, mit einem großen Feuerwerk vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Aber noch bedeutender hierzulande ist die private Silvester-Böllerei geworden: eine Entwicklung, „die erst auch* dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Wirtschaftswunder eingesetzt hat“, so Kulturwissenschaftler Trummer. Damals wurden die Feuerwerkskörper für die breite Bevölkerung erschwinglich. „Da hat sich dann auch richtiggehend eine Industrie gebildet, die dann Feuerwerk auf breiter Ebene ermöglicht hat.“ (Zitat Ende)

(*Druckfehler im Originaltext: „auch“ sollte „nach“ heißen!)

Wer mehr dazu erfahren möchte, findet den vollständigen Artikel unter folgendem Link zum Nachlesen: https://www.deutschlandfunkkultur.de/kulturgeschichte-des-feuerwerks-100.html

Gesetzliche Grundlage

Alles im Bezug auf das Silvesterfeuerwerk ist gesetzlich geregelt, und zwar im Sprengstoffgesetz. Genauer gesagt, in der „Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz“ (1. SprengV). Im Abschnitt V, §§ 20 bis 24, ist genau geregelt, wer wo wann welche Sprengkörper erwerben bzw. benutzen darf.

Hier ein kleiner Überblick …

Zitat:

1.SprengV, Abschnitt V, § 20, Absatz 2

„(2) Der Umgang und Verkehr mit pyrotechnischen Gegenständen der einzelnen Kategorien ist Personen nur dann gestattet, wenn sie das nachfolgend aufgeführte Lebensalter vollendet haben:

Kategorie 1: 12 Jahre,

Kategorie 2: 18 Jahre,

Kategorie 3: 18 Jahre,

Kategorie 4: 21 Jahre,

Kategorie P1: 18 Jahre,

Kategorie P2: 21 Jahre,

Kategorie T1: 18 Jahre,

Kategorie T2: 21 Jahre.“ (Zitat Ende)

Zitat:

1.SprengV, Abschnitt V, § 20, Absatz 4

„(4) Folgende pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 dürfen nur an Erlaubnisinhaber nach § 7 oder § 27 oder Befähigungsscheininhaber nach § 20 des Gesetzes vertrieben, überlassen oder von diesen verwendet werden:

1. Knallkörper und Knallkörperbatterien mit Blitzknallsatz,

2. Raketen mit mehr als 20 g Netto-Explosivstoffmasse,

3. Schwärmer und

4. pyrotechnische Gegenstände mit Pfeifsatz als Einzelgegenstand.“ (Zitat Ende)

Zitat:

1.SprengV, Abschnitt V, § 21, Absatz 5

„(5) Pyrotechnische Gegenstände der Kategorien 1 und 2 dürfen an den Verbraucher nur in kleinsten Verpackungseinheiten oder in größeren Einheiten, die mehrere kleinste Verpackungseinheiten enthalten, vertrieben oder ihm überlassen werden, soweit die nach Absatz 1 vorgeschriebene Anleitung nicht auf dem einzelnen Gegenstand angebracht ist.“ (Zitat Ende)

Zitat:

1.SprengV, Abschnitt V, § 22, Absatz 1

„(1) Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 dürfen dem Verbraucher nur in der Zeit vom 29. bis 31. Dezember überlassen werden; ist einer der genannten Tage ein Sonntag, ist ein Überlassen bereits ab 28. Dezember zulässig. Satz 1 gilt nicht für Verbraucher, die eine Erlaubnis nach § 7 oder § 27 oder einen Befähigungsschein nach § 20 des Gesetzes oder eine Ausnahmegenehmigung nach § 24 Absatz 1 besitzen. Die Regelungen zu den Ladenöffnungszeiten der Länder bleiben unberührt.“ (Zitat Ende)

Zitat:

1.SprengV, Abschnitt V, § 23, Absatz 1&2

„(1) Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist verboten.

(2) Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 dürfen in der Zeit vom 2. Januar bis 30. Dezember nur durch Inhaber einer Erlaubnis nach § 7 oder § 27, eines Befähigungsscheines nach § 20 des Gesetzes oder einer Ausnahmebewilligung nach § 24 Absatz 1 verwendet (abgebrannt) werden. Am 31. Dezember und 1. Januar dürfen sie auch von Personen abgebrannt werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.“ (Zitat Ende)

Den gesamten Gesetzestext gibt es auf der Website des Bundesinnenministeriums als PDF zum Herunterladen.

Und zwar unter diesem Link: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2014/sprengstoffVO.pdf?__blob=publicationFile&v=1




Fakten zur Auswirkung des Silvesterfeuerwerkes

… auf die Umwelt

Eine übliche Silvesternacht hat folgende Ökobillanz …

Die Feinstaubbelastung beträgt in einer üblichen Silvesternacht ca. 4000 Tonnen.

Das ist ca. 1% (0,7%) des gesamten Jahresausstoßes der BRD! In nur einer Nacht …

Die Effekte des Feuerwerks werden durch jede Menge Chemikalien erzeugt, die Unmengen an giftigem Feinstaub und anderen Schadstoffen freisetzen, die Mensch, Tier und Umwelt schaden.

Enthaltene Chemikalien: NOx, CO2, Kaliumnitrat, Schwefel, Kaliumperchlorat, Metallsalze: Kupfer, Barium, Magnesium, Aluminium, Titan, Strontium, Blei.

Beim Zünden der Feuerwerkskörper atmen Menschen Dämpfe ein, die nicht nur vorbelasteten Menschen, wie z.B. Asthmatikern, schaden können.

Darüber hinaus machen sich die meisten Leute keine Gedanken über die Unmengen an Müll, die ein Silvesterfeuerwerk produziert … Da wäre erst mal der Verpackungsmüll, … der Rest landet in den Straßen, in den Gärten, auf den Feldern, in den Wäldern, in den Bächen, Flüssen und Seen … kurz: in der Natur, wo er dann jahrelang rumliegt.

Unter folgendem Link vom „Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk“ gibt es noch mehr interessante Infos zum Thema :

https://www.bvpk.org/umweltbelastung-feuerwerk

… auf die Menschen

Viele Menschen erleiden in der Silvesternacht Verletzungen im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern, oftmals unter Alkoholeinfluss.

Folgende Verletzungen wurden am häufigsten verzeichnet:

  • Verbrennungen
  • abgetrennte Gliedmaßen
  • Gehörschäden
  • Augenschäden

Hier einige Zahlen der letzten Jahre:

Silvester 2019/20

Es werden 4000 Krankenhauseinlieferungen registriert, die in Verbindung stehen mit Feuerwerkskörpern

Silvester 2020/21

Aufgrund der „Pandemie“ werden „NUR“ 2500 Krankenhauseinlieferungen im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern registriert.

Silvester 2023/24

Es werden 838 Augenverletzungen registriert, davon 334 bei Jugendlichen unter 18 Jahren.

Das Deutsche Ärtzeblatt gibt an, dass sich jedes Jahr etwa 8000 Menschen an Silvester einen Hörschaden im Innenohr zuziehen. Laut Ärtzeblatt seien 33% davon irreversibel, d.h. es sind bleibende Gehörschäden entstanden.

Wo wir grad von Menschen sprechen …

Was machen eigentlich Obdachlose in der Silvesternacht???

Schonmal darüber nachgedacht? Nein?

Obdachlose sind natürlich in der Silvesternacht besonders exponiert. Das Risiko, Opfer von Gewalt, Diebstahl oder gezielten Angriffen (mit Feuerwerk) zu werden, ist höher als sonst. Dazu sind sie der Kälte schutzlos ausgesetzt, und die meisten Notunterkünfte sind überfüllt. Es gibt aber auch Angebote von Hilfsorganisationen (DRK, Malteser, …), wie z.B. Kältebusse, wo sie mit Essen, warmer Kleidung und Decken versorgt werden. Sie werden ggf. auch zur nächsten Notunterkunft befördert. Es werden auch Wärmezelte angeboten, wo sich die Menschen aufhalten und aufwärmen können. Es werden Schlafsäcke verteilt, …Es wird einiges getan, was das Leid der Menschen auf der Straße lindert, nicht nur an Silvester. Das ist gut so! Wer die Menschen auf der Straße unterstützen möchte, tut dies am besten mit einer Spende an gemeinnützige Vereine, die sich für diese Menschen engagieren.

Ich kann spendenbereiten Mitmenschen die „Düsseldorfer Wollengel e.V.“ ans Herz legen:

Dort engagiert sich eine Bekannte von mir, und die Arbeit, die der Verein leistet, ist bewundernswert. Dort könnt ihr euch absolut sicher sein, dass eure Spende garantiert bei den Bedürftigen ankommt. Es sind übrigens auch Sachspenden möglich. Informiert euch gern, indem ihr oben auf „Home“ klickt, … wenn ihr mögt. Wenn nicht, ist das auch vollkommen in Ordnung.

Jetzt bin ich ein wenig abgeschweift …

Wir waren bei den Auswirkungen des Silvesterfeuerwerkes … auf Menschen

Man findet nur wenig Material über die Auswirkungen, die das Silvesterfeuerwerk mit seinem Knallen und Krachen und Heulen, mit seinen Lichteffekten und Lichtblitzen auf traumatisierte Mitmenschen hat.

Besonders ehemalige Soldaten (Veteranen) sind oft traumatisiert, ebenso wie andere Einsatzkräfte in Krisengebieten, oder mit ähnlich extremen Erfahrungen. Sie gehen in jeder Silvesternacht noch einmal durch ihre ganz persönliche Hölle. Erinnerungen an Extremerfahrungen, die lebensbedrohlich waren, in denen sie Kameraden verloren haben, womöglich selbst verletzt wurden, werden wach. Und nicht wenige erleiden einen Flash-back, d.h. sie erleben noch einmal das Szenario ihres Ur-Traumas, und zwar ganz real, mit allen Körperreaktionen, Angstzuständen, Emotionen, etc. … , die sie damals auch durchlebt haben. Eine große Belastung für diese Menschen und ihre Angehörigen.

Zitat:

„Zudem kann Böllern und die damit verbundenen lauten Knallgeräusche auch für Menschen mit Kriegserfahrung retraumatisierend sein. „Für viele Betroffene sind Böller und Feuerwerk keine harmlose Tradition, sondern ein massiver Stressor“, erklärt Andreas Eggert, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bund Deutscher EinsatzVeteranen . Die unvorhersehbaren, lauten Knallgeräusche können Eggert zufolge Flashbacks auslösen und traumatische Einsatzsituationen wiederbeleben. Die Folgen sind plötzliche Angstzustände, Panikreaktionen, Dissoziationen oder körperliche Stresssymptome. „Besonders belastend ist, dass diese Reaktionen nicht willentlich steuerbar sind. Silvester wird dadurch für viele Veteraninnen und Veteranen zu einer Zeit der Angst statt des Feierns“, so Eggert zu Euronews.“ (Zitat Ende)

Mehr zu diesem Thema finden Interessierte unter diesem Link:

https://de.euronews.com/2025/12/29/silvester-riesen-krach-ums-bollern

Zitat:

„Bund Deutscher EinsatzVeteranen: Hohe Dunkelziffer Traumatisierter

Rund 90 ehrenamtliche Fallmanager, die meist selbst Einsatzerfahrungen haben, kümmern sich in der Einzelfallhilfe um rund 500 akut betroffene Kameraden in ganz Deutschland. Michael Gebel vom BDV schätzt die Zahl der Traumatisierten weit höher, auf bis zu 40.000, „die sich gefangen halten in dieser Belastungsstörung und sich zum Teil nicht öffnen, wo die Familien das tragen“.“ (Zitat Ende)

Mehr zu diesem Thema:

https://www.mdr.de/religion/veteranen-bundeswehr-auslandseinsatz-psychische-erkrankungen-reportage-krieg-im-kopf-102.html

Es gibt auch noch andere Menschen, die traumatisiert sind … alle Flüchtlinge, die Kriege und ähnliche lebensbedrohliche Situationen erlebt haben. Auch für diese Menschen ist der Silvesterabend mit seinem lauten Böllern und Knallen, mit den Lichtblitzen, kein Grund zur Freude. Auch bei diesen Menschen kommen wieder Erinnerungen an Bombenangriffe und Selbstmordattentate und Todesangst hoch. Es ist im Grunde nicht anders, als das, was mit den Veteranen geschieht. Sie durchleben noch einmal 1:1 das Schreckliche, das sie erfahren haben.

Zitat:

„Die Familie, die vor einigen Jahren aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet ist, lebt heute in Köln. Doch in der Nacht zum neuen Jahr wird ihre neue Heimat zur Kulisse alter Albträume. „Die lauten Geräusche der Böller erinnern mich an die Selbstmordanschläge in Kabul“, sagt Sulaiman, der seit ein paar Jahren mit seinen Eltern und seiner Schwester in Deutschland lebt. Die Familie reist über die Feiertage zu Verwandten in eine kleine Stadt in den Niederlanden, wo es deutlich ruhiger ist. (…) „Es ist mittlerweile Jahre her, dass ich Afghanistan verlassen habe, aber manche Erinnerungen sind noch immer sehr frisch“, sagt Sulaiman. Besonders in der Silvesterzeit holen ihn diese Bilder ein. Ein Ereignis hat sich besonders tief in sein Gedächtnis eingebrannt: „Ich war arbeiten, als unser Büro angegriffen wurde. Der Angriff dauerte mehr als 20 Stunden. Wir waren in Bunkern, die Schießereien hörten nicht auf.“ Ein anderer Angriff ereignete sich direkt vor seinem Büro. „Einmal gab es einen großen Angriff an einem frühen Morgen, keine 20 Meter entfernt. Zum Glück war da eine Betonwand. Das hat uns gerettet. Ich war im Schock, konnte nichts hören und kaum etwas sehen.“ Noch heute sitzt diese Erinnerung tief.“ (Zitat Ende)

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, findet ihn unter folgendem Link:

https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/wie-sich-gefluechtete-an-silvester-fuehlen-100.html

Damit lässt sich auch erklären, was in der Silvesternacht 2025/26 in Berlin geschah …

Das waren ganz offensichtlich stark traumatisierte Menschen, die einen Flash-back erlitten haben. Die Psychologie spricht vom „Ausagieren eines Traumas“. Das Krasse daran ist, dass das völlig unwillkürlich geschieht. Alles, was es braucht, um einen Flash-back auszulösen, ist ein Schlüsselreiz, oder auch Trigger genannt. Das kann alles sein, … Ein Wort, ein Geräusch, ein Geruch, eine bestimmte Situation, … und schon ist dieser Mensch zurück versetzt in die schreckliche Situation – in das Ur-Erlebnis, wo das Trauma einstanden ist.

Ich habe zu diesem Thema ein Video aufgenommen:

… auf die Tierwelt (Wildtiere, Nutztiere, Haustiere)

Stressreaktionen und Energiemangel

Lichtblitze und Knallgeräusche lösen bei den meisten Tieren akute Panik und Stressreaktionen aus. Das führt zu einer Flucht im Ausnahmezustand, wobei Wildtiere lebenswichtige Energiereserven verbrauchen, die sie fürs Überleben im Winter dringend benötigen. Familienverbände (Herden Schwärme, Rotten, Rudel, …) werden auseinandergesprengt, und einzelne Tiere verlieren die Orientierung und den Schutz der Gruppe.

Höhenflug und Erschöpfung

Vögel geraten durch die Lichtblitze und das Knallen in Panik und fliegen bis zu 500 Meter hoch, obwohl ihre natürliche Flughöhe unter 100 Metern liegt. Dies führt zu einer Orientierungslosigkeit, die mit Erschöpfung und Schlafmangel über mehrere Stunden einhergeht. Viele können deshalb nicht mehr zurückfinden, um irgendwo zu landen, und prallen infolge der Erschöpfung und des Schlafmangels gegen Hindernisse, wie Hauswände, Bäume oder Fensterscheiben, wobei sie sich schwer verletzen und/oder sterben.

Belegte Fälle von Massensterben bei Vögeln

Silvester 2024/25

In der bulgarischen Stadt Korpi Visititsa sterben über 1000 Bergfinken mit massiven Inneren Blutungen und Schädelverletzungen.

Silvester 2021/22

In einem Stadtviertel Roms (Italien), für das ein Feuerwerksverbot verhängt ist, welches jedoch nicht eingehalten wird, sterben zahlreiche Vögel einer dort ansässigen Starenkolonie von geschätzt mehr als 100 Tieren, und liegen am Morgen danach in großer Anzahl tot auf Straße und Gehweg. Die Tierärzte, die die Tiere untersuchen, diagnostizieren einhellig und ausnahmslos „Extremen Stress und Kollisionen“ als Todesursache.

Silvester 2010/11

In den USA fallen über 3000 Rotschulterstärlinge tot vom Himmel. Die hinzugezogenen Veterinäre stellen folgende Diagnose: Todesflug in Panik nach dem Feuerwerk.

Gehörschäden und Langzeitfolgen

Die empfindlichen Gehöre von Wildtieren, wie dem Fuchs, der Fledermaus, dem Biber, … können dauerhaft geschädigt werden. Viele Tiere, die Winterschlaf halten, wie z.B. Eichhörnchen und Igel, werden massiv gestört. Viele Haustiere geraten in Panik, und zeigen extremes Fluchtverhalten, zittern, fiepen, winseln, und entlaufen sogar. Viele von ihnen werden nicht wiedergefunden.

Vögel mit Jagderfahrung, wie beispielsweise Wildgänse und Wildenten, fliehen um den Knallgeräuschen zu entkommen, die sie als Gewehrschüsse von Jägern interpretieren. Wie alle anderen Vögel auch, fliegen sie viel höher und weiter, als sie es natürlicherweise tun würden, was enorme Energiereserven aufzehrt. Wildvögel merken sich ihre Schlafstätten. Einmal von einem „Jäger“ vertrieben, wird die Schlafstätte unbrauchbar für die Tiere, denn sie fühlen sich dort nicht mehr sicher. Sie meiden in der Folge ihre angestammten Schlafstätten, und suchen sich anderswo neue. Auch die anderen Vögel meiden ihre gewohnten Schlafplätze noch Tage nach Silvester, und finden erst langsam zu ihrem natürlichen Rhythmus zurück.

In einer mehrjährigen Studie wurde das Verhalten von 347 mit GPS Sendern ausgestatteten Wildgänsen an Silvester beobachtet. Die ausgewerteten Daten zeigen, dass die Wildgänse im Durchschnitt 5 bis 16 km weiter und 40 bis 150 m höher fliegen, als sie es üblicherweise tun. Interessant ist auch, dass es im Verhalten der Wildgänse offenbar keinen Unterschied macht, ob viel oder wenig Feuerwerk abgebrannt wird, da die Ergebnisse an Silvester 2020/21(reduziertes Feuerwerksaufkommen) genau gleich waren, wie in den anderen Jahren. Das Bild unten zeigt die Original Studie, auf englisch.

jagdkarte.at (Profilname) schreibt auf Facebook:

Zitat:

„Der Vorstand der Deutsche Wildtier Stiftung, Univ. Prof. Dr. Klaus Hackländer lässt keinen Zweifel daran, dass Feuerwerke und Böller bei den Wildtieren schwerwiegende Folgen haben. Die Winterruhe der Igel und Eichhörnchen wird massiv gestört, andere Wildtiere werden aufgeschreckt und versuchen, dem Lärm durch weitläufige Flucht zu entkommen. Bei Rehen werden dabei wertvolle Energiereserven aufgebraucht, die die Tiere unter anderem für die erste Milch ihrer Kitze im Mai aufsparen müssten. Für Tiere mit hochsensiblem Gehörsinn wie z.B. Füchse ist der Lärm ebenfalls eine sehr große Belastung. Jede Silvesternacht kostet unzählige Vögel das Leben, die in der Dunkelheit panisch gegen Wände oder Glasfenster fliegen. In den Alpen stürzen Gämsen von Felswänden ab, wenn in den Bergen ein Feuerwerk gezündet wird. „Eine Kohlmeise verliert schon in einer normalen Nacht etwa zehn Prozent ihres Körpergewichts“, erklärt Prof. Hackländer. Wenn die Vögel tagelang immer wieder durch Böller aufgeschreckt werden, haben sie weniger Zeit für die Futtersuche und können den Energieverlust vielleicht gar nicht mehr rechtzeitig auffüllen.“ “ (Zitat Ende)

Silvester ist NICHT NUR 1 Nacht!

Die Tatsache, dass nicht nur in der Silvesternacht „geschossen“ wird, sondern ganze 10 Tage* am Stück, erhöht zusätzlich den Stressfaktor für Mensch, Tier (Wildtiere, Nutztiere und sensible Haustiere) und Umwelt. (*Geschossen wurde bei uns im Ort vom 28.12.2025 bis 05.01.2026, wie ich dieses Mal selbst gezählt habe. Wobei die Knallerei am Neujahrsabend genauso laut und lang war, wie an Silvester.)

Und was jetzt ??? Böllerverbot???

Viele fordern ja ein bundesweites Böllerverbot für Silvester.

– Die „Deutsche Umwelthilfe e.V.“ hat in ihrer Petition fast eine Million Unterschriften gesammelt.

– Die Gewerkschaft der Polizei Berlin sammelte sogar mehr als 3 Millionen Unterschriften.

– Der WWF hat bis dato mehr als 100.000 Unterschriften gesammelt.

Alle Unterzeichnenden sprechen sich für ein bundesweites Böllerverbot aus.

Hm … Ich persönlich wünsche mir auch ein böllerfreies Silvester. Ich frage mich nur, ob ein Verbot der richtige Weg dahin ist.

Ich habe ein Video zu diesem Thema aufgenommen, das ich hier teilen möchte, sonst muss ich alles nochmal schreiben, was schon in dem Video gesagt wird.

Jetzt ist es an dir, zu entscheiden …

Nun, da du die Fakten kennst, die Auswirkungen dargelegt wurden, stellt sich die Frage, wie du reagieren wirst.

Wie möchtest du jetzt und in Zukunft mit dem hier Erfahrenen umgehen?

Hat das überhaupt irgendeine Bedeutung für dich?

Das entscheidest du ganz allein.

Und ich weiß, du wirst die Entscheidung treffen, die sich für dich am besten anfühlt.

So bedanke ich mich jetzt für deine Aufmerksamkeit, vielen lieben Dank, dass du bis hierher durchgehalten, oder besser „durchgelesen“ hast!

Ich wünsche dir ein ganz bezauberndes neues Jahr 2026!

Viel Segen für deinen Weg!

Danke für dich!

Ciao!

Veröffentlicht von Elvira1211

Ich bin.

Hinterlasse einen Kommentar